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Ersatzkassenforum 2007

Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt: Hohe Versorgungsqualität für die Zukunft sichern


Magdeburg. Auf dem Ersatzkassenforum in Sachsen-Anhalt 2007 stehen die Klagen der Deutschen Krankenhausgesellschaft über einen "Investitionsstau bei Krankenhäusern", die aktuelle Diskussion über zu teure Krankenhäuser, "Einzelverträge" und "planerische Fehlentscheidungen" im Fokus der Diskussion.

"Die Ersatzkassen unterstützen die Konvergenz der Preise hin zu einer einheitlichen Vergütung in den neuen Bundesländern, erklärt Dr. Klaus Holst, Leiter der VdAK/AEV-Landesvertretung Sachsen-Anhalt, im Vorfeld des Ersatzkassenforums am Dienstag in Magdeburg. Holst betont, dass diese einheitliche Vergütung dazu beiträgt, auch die aktuellen Probleme in Sachsen-Anhalt mit den hohen Krankenhauskosten ein Stück weit zu lösen. "Die Angleichung der Fallkosten im Krankenhaus soll dazu führen, dass Wirtschaftlichkeitsreserven in Sachsen- Anhalt erschlossen werden", so Holst. Er unterstützt damit auch die jüngste Initiative des Landtags von Sachsen-Anhalt, der aufgrund der Kostensituation im Krankenhaussektor des Landes eine Überarbeitung des Krankenhausplanes beschlossen hatte. Der Leiter der Landesvertretung schlägt vor, die in Sachsen-Anhalt bereits gesetzlich verankerte Rahmenplanung auch in anderen Bundesländern einzuführen. Planung und örtliche Verhandlungen müssten jedoch noch besser koordiniert werden. Holst: "Leistungsplanung kann nicht heißen, dass jedes Krankenhaus nur die Leistungen anbietet, die es will. Deshalb muss die Rahmenplanung so ausgestaltet sein, dass sie die Versorgung unserer Versicherten bedarfsgerecht und wirtschaftlich sichert. Leistungen, die der Plan nicht vorsieht, dürfen von Krankenhäusern auch nicht einseitig angeboten werden können."

"Radikale Einkaufsmodelle, nach denen unsere Versicherten in Stückpreisen gehandelt werden sollen, wollen wir deshalb auch perspektivisch auf keinen Fall", erklärt Dr. Klaus Holst vor der Veranstaltung und
betont: "Eine Spaltung zwischen Notfallversorgung mit Einheitspreisen und planbaren Leistungen mit einem Mengenrabatt nach Kassengröße gefährdet die Sicherheit in der Versorgung für unsere Versicherten. Sie verschafft den vor Ort größten Krankenhäusern und Krankenkassen Wettbewerbsvorteile ohne betriebswirtschaftliche Begründung. Welcher Versicherte sollte verstehen, wenn für ihn in seiner Krankenkasse mit effizienten Verwaltungsstrukturen ein höheres Entgelt an ein Krankenhaus zu zahlen wäre als für einen anderen Versicherten mit derselben Behandlung im selben Haus?"

Aus Sicht der Ersatzkassen sind Krankenhausbudgets auch im künftigen DRG-System erforderlich, um die Beitragssätze für die Versicherten stabil zu halten. Diese Krankenhausbudgets sollten sich aus Verhandlungen über Art und Menge von Leistungen ergeben, die das Krankenhaus dann im Laufe des Jahres erbringt. Ein Umstieg auf die monistische Finanzierung in der näheren Zukunft wird seitens der Ersatzkassen nicht gesehen, die Voraussetzungen zur Umsetzung müssten, wenn überhaupt, in einem langen Prozess geschaffen werden. Die Pläne der Umsetzung über einen Zuschlag auf die DRGs sind nur dann umsetzbar, wenn alle Krankenhäuser vergleichbare Voraussetzungen haben und die Zweckbindung der Mittel gesichert ist. Für Sachsen-Anhalt kann zumindest festgestellt werden, dass ein millionenschwerer Investitionsstau nicht vorliegt, dies ist auch den Möglichkeiten der Verteilung der Benutzerbeiträge in den Neuen Bundesländern zu verdanken.


Zum Hintergrund:
In den Jahren 1996 bis 2006 stiegen die Löhne und Gehälter der GKVMitglieder und damit die beitragspflichtigen Einnahmen kumuliert um fast 15 v. H., während die Krankenhausausgaben pro Mitglied im gleichen Zeitraum in Sachsen-Anhalt um rund 80 v.H. (Bund 22,50 v. H.) stiegen. Pro Mitglied gaben die Ersatzkassen im Jahre 1996 in Sachsen-Anhalt noch rund 470 Euro (Bund 814 Euro) für die Krankenhausversorgung aus, im Jahre 2006 waren es fast 870 Euro (Bund 997,15 Euro). Die durchschnittliche Verweildauer in den Krankenhäusern lag dagegen in 1996 in Sachsen-Anhalt noch bei 10 Tagen (Bund 10,8 Tagen), in 2006 bei 8,5 Tagen (Bund 7,58 Tagen). Der Krankenhausbereich ist mit einem Finanzvolumen von rund. 2 Mrd. Euro in Sachsen-Anhalt (Bund rund 50 Mrd. Euro) und einem Drittel der Gesamtausgaben der größte Ausgabenblock für die gesetzliche Krankenversicherung.